St. Gallen (Transkription Nr. 404)

Schulort St. Gallen
Konfession des Orts: Gemischt konfessionell
Signatur der Quelle: BAR B0 1000/1483, Nr. 1458, fol. 229
Standort: Bundesarchiv Bern
Kanton 1799: Säntis
Distrikt 1799: St. Gallen
Agentschaft 1799: St. Gallen
Kirchgemeinde 1799: St. Gallen
Ort/Herrschaft 1750: St. Gallen
Kanton 2015: St. Gallen
Gemeinde 2015: St. Gallen
In dieser Quelle wird folgende Schule erwähnt:
  • St. Gallen, 3. Klasse (Vermengte Schule/niedere Schule, reformiert)
I. Lokal-Verhältnisse.
I.1Name des Ortes, wo die Schule ist.

der Stadt. St. Gallen.

I.1.aIst es ein Stadt, Flecken, Dorf, Weiler, Hof?
I.1.bIst es eine eigene Gemeinde? Oder zu welcher Gemeinde gehört er?

Gemeine St. Gallen.

I.1.cZu welcher Kirchgemeinde (Agentschaft)?
I.1.dIn welchem Distrikt?

District St. Gallen.

I.1.eIn welchen Kanton gehörig?

Canton. Sentis.

I.2Entfernung der zum Schulbezirk gehörigen Häuser. In Viertelstunden.
I.3Namen der zum Schulbezirk gehörigen Dörfer, Weiler, Höfe.
I.3.aZu jedem wird die Entfernung vom Schulorte, und
I.3.bdie Zahl der Schulkinder, die daher kommen, gesetzt.

Welche Claße. die Dritte. 45. Knaben

I.4Entfernung der benachbarten Schulen auf eine Stunde im Umkreise.
I.4.aIhre Namen.
I.4.bDie Entfernung eines jeden.
II.10Sind die Kinder in Klassen geteilt?

Eintheilung in Claßen? Es sind zwey Claßen, in der einten schreiben die Knaben Wörter, in der andern das Alphabet.

II. Unterricht.
II.5Was wird in der Schule gelehrt?

Was? Vornehmlich die Anfänge im Schreiben, nebenbey Unterricht in der Religion, Anfänge in der Naturgeschichte, Uebung im correcten Lesen.

II.6Werden die Schulen nur im Winter gehalten? Wie lange?

Schulzeit. Jeden Tag 5. Stunden, 3. Vorm. und 2. Nachmittag, Samstag u. Donnerstag Nachmittag frey. Sie werden Sommer und Winter gehalten.

II.7Schulbücher, welche sind eingeführt?

Bücher. Das für die 3.te Claße verfertigte Lesebuch, das Spruchbuch und den heidelb. Catechismus.

II.8Vorschriften, wie wird es mit diesen gehalten?

Vorschriften. Nach der Basler Handschrift gestochene Tafeln.

II.9Wie lange dauert täglich die Schule?

Schulzeit. Jeden Tag 5. Stunden, 3. Vorm. und 2. Nachmittag, Samstag u. Donnerstag Nachmittag frey. Sie werden Sommer und Winter gehalten.

III. Personal-Verhältnisse.
III.11Schullehrer.
III.11.aWer hat bisher den Schulmeister bestellt? Auf welche Weise?

Collator. (ehmals) Der Schulrath.

III.11.bWie heißt er?

Name. Johann Jacob Hartmann:

III.11.cWo ist er her?

GeburtsOrt St. Gallen.

III.11.dWie alt?

Alter & c. Nat. 1771. genießt meistens eine gute Gesundheit.

III.11.eHat er Familie? Wie viele Kinder?

Familie. Jst unverheyrathet; und geht bey Jemanden zu Tisch.

III.11.fWie lang ist er Schullehrer?

Wie lange an der Stelle? fast 2. Jahre.

III.11.gWo ist er vorher gewesen? Was hatte er vorher für einen Beruf?

Studien Wie lang? Wo? Nach Vollendung der Schuljahre im hiesigen Gym o nasio gieng er 8. Jahre zu den hiesigen Profeßoren.
Wo vorher? 3 1/2. Jahre Pfarr Vicarius zu Rickenbach im Canton Zürich

III.11.hHat er jetzt noch neben dem Lehramte andere Verrichtungen? Welche?

Verdienste. Keine, als daß ersucht seinem Beruf mit aller Treüe obzuliegen.

III.12Schulkinder. Wie viele Kinder besuchen überhaupt die Schule?
III.12.aIm Winter. (Knaben/Mädchen)
III.12.bIm Sommer. (Knaben/Mädchen)
IV. Ökonomische Verhältnisse.
IV.13Schulfonds (Schulstiftung)
IV.13.aIst dergleichen vorhanden?
IV.13.bWie stark ist er?
IV.13.cWoher fließen seine Einkünfte?
IV.13.dIst er etwa mit dem Kirchen- oder Armengut vereinigt?
IV.14Schulgeld. Ist eines eingeführt? Welches?
IV.15Schulhaus.
IV.15.aDessen Zustand, neu oder baufällig?
IV.15.bOder ist nur eine Schulstube da? In welchem Gebäude?
IV.15.cOder erhält der Lehrer, in Ermangelung einer Schulstube Hauszins? Wie viel?
IV.15.dWer muß für die Schulwohnung sorgen, und selbige im baulichen Stande erhalten?
IV.16Einkommen des Schullehrers.
IV.16.AAn Geld, Getreide, Wein, Holz etc.

Einkünfte.
a. an Geld. Alle 4. Wochen fl. 15 xr. 33.
Alle 4. Quartal fl. 25
Am Martinstag fl. 12 xr. 30.
Aus dem LinsebühlAmt jährlich fl. 22
b. an Getreide Jährlich 15. Viertel Mehl
Jährlich 6. Viertel Habermehl.
c. Wein. Jährlich 8. Eimer rothen und 2. Eimer weißen Rheinthaler Wein.
6. Eimer aus der ehmaligen Herrschaft Bürglen
d. an Holz. Jährlich 6. Klafter Scheitter.
Das Klafter hält 6. Schuhe in der Höhe und Breite und 2. in der Tiefe.
e. Wohnung. Keine, dafür beziehe ich jährlich Haußzinß fl. 40.
Eine sehr geräümige Schulstube besitze ich auch.

IV.16.BAus welchen Quellen? aus

Quellen. Die Schulkaße und das Linsebühl Amt, und Schafneramt.
Unterhalt der Schulstube. Die Schulcaße.

IV.16.B.aabgeschaffenen Lehngefällen (Zehnten, Grundzinsen etc.)?
IV.16.B.bSchulgeldern?
IV.16.B.cStiftungen?

Quellen. Die Schulkaße und das Linsebühl Amt, und Schafneramt.
Unterhalt der Schulstube. Die Schulcaße.

IV.16.B.dGemeindekassen?
IV.16.B.eKirchengütern?
IV.16.B.fZusammengelegten Geldern der Hausväter?
IV.16.B.gLiegenden Gründen?
IV.16.B.hFonds? Welchen? (Kapitalien)
Bemerkungen
Schlussbemerkungen des Schreibers
Fliesstextantworten
Lokal

B. Als Religionsdiener.
a. b. c. d. Wie oben.
Kirche? St. Lorenzen, St. Magus und Linsebühl.

Unterricht

a. Predigten. Die Sontag Abendpredigten zu St. Magnus alternativ mit den andern Predigern, Eben so die Sontagmorgenpredigt im Linsebühl und Dienstag Abend predigt, im Winter zu S. Lorenzen. Auf ähnliche Weise die Predigten im Krankenhauß und im Hospital der Fremden.
b. Kinderlehren Alternativ mit den andern Schullehrern in St. Leonhard, und St. Cathrinen.
c. Krankenbesuche. Kranke aus der Gemeinde Linsebühl.
Was das Oekonomische des Predigers betrift, so ist es unter dem des Schulmeisters schon begriffen.
Collator ist dergleiche.

Unterschrift

J. J. Hartmann Jgr.

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